
Die hier ausgestellten Materialien sind:
- Fichtenharz, roh
Klebriges, aromatisches Harz, das aus Verletzungen der Fichtenrinde austritt. Roh enthält es noch ätherische Öle und feste Harzbestandteile. - Kolophonium, hell
Helles, sprödes Harz, das durch Destillation von Fichtenharz (Abtrennung der ätherischen Öle) gewonnen wird. Helle Sorten sind weniger oxidiert, härter und geben Lacken Transparenz. - Kolophonium, dunkel
Wie helles Kolophonium, jedoch stärker oxidiert oder länger erhitzt. Enthält mehr farbgebende Bestandteile, ergibt einen wärmeren Farbton, kann aber spröder und dunkler sein. - Mastix
Weiches, aromatisches Harz des Mastixstrauchs (Pistacia lentiscus), hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum. Sehr klar, leicht löslich in Alkohol und Terpentinöl, bringt Glanz und Elastizität. - Sandarak
Hartes, brüchiges, blassgelbes Harz aus der nordafrikanischen Sandarak-Zypresse (Tetraclinis articulata). Ergibt harte, klare Lacke, eher spröde. - Dammar
Klares, helles Harz aus verschiedenen tropischen Bäumen (v. a. Shorea-Arten). Ergibt weiche, hochglänzende, sehr transparente Lacke. - Propolis
Harziger Bienenkittharz, das Bienen aus Knospen und Rinden sammeln. Enthält Harze, Balsame und Wachs; leicht elastisch, traditionell in Geigenlacken selten. - Stocklack
Unverarbeiteter Rohschellack, wie er aus dem Harzsekret der Lackschildlaus gewonnen. Enthält noch Wachs und Verunreinigungen, wird vor der Lackherstellung gereinigt. - Schellack
Schellack ist eine harzige Substanz, die aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird. Leicht löslich in Alkohol, ergibt harte, glänzende Lacke; Standardharz für Spirituslacke. - Strassburger Terpentin
Dickflüssiger Balsam aus der Weisstanne (Abies alba), vor allem aus den Vogesen. Weichmacher in Lacken, gibt Elastizität, Glanz und harzigen Geruch. - Venetianer Terpentin
Dickflüssiger Lärchenbalsam (Larix decidua), traditionell aus den Alpen. Sehr klebrig, goldgelb, bringt Elastizität und Tiefe im Lack, fördert Anfeuerung der Holzmaserung. - Leinöl
Trocknendes Pflanzenöl aus Leinsamen. Polymerisiert durch Oxidation an der Luft, bildet elastische, wasserabweisende Filme. Hauptbindemittel in Öllacken. - Nussöl
Öl aus Walnüssen, trocknet langsamer als Leinöl, ergibt aber hellere, weniger vergilbende Lackfilme; gelegentlich verwendet als Bindemittel bei Öllacken. - Balsamterpentinöl
Flüchtiges ätherisches Öl, durch Destillation von Nadelholz-Harz gewonnen. Hauptlösemittel für Öllacke, verleiht dem Lack die gewünschte Konsistenz. - Spiköl
Ätherisches Öl aus Lavendel (Lavandula latifolia), historisch als Lösemittel und Verlaufsmittel in Lacken genutzt. Verlangsamt das Trocknen, verbessert Glätte und Elastizität. - Alkohol
In der Lackherstellung meist Ethanol (96 % oder absolut). Lösungsmittel für Spirituslacke wie Schellack; verdunstet schnell und hinterlässt den festen Lackfilm.
