Leime – unsichtbare Helfer im Geigenbau
Seit Jahrhunderten verbinden Geigenbauer die filigranen Holzteile ihres Instruments mit tierischen Glutinleimen, die aus Knochen, Häuten oder Fischblasen gewonnen werden. Diese Leime haben zwei entscheidende Vorteile: Sie haften stark, lassen sich aber durch Wärme und Feuchtigkeit wieder lösen – eine Eigenschaft, die Reparaturen und Restaurierungen überhaupt erst möglich macht. Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche Sorten zum Einsatz: fester Knochenleim für dauerhafte, spannungsfreie Fugen, elastischer Hautleim für Decken- und Bodenverbindungen oder besonders feiner Hasenleim für empfindliche Oberflächen. Selbst in Zeiten moderner Kunstharzkleber bleibt der traditionelle Heißleim im Geigenbau unverzichtbar – als Teil eines jahrhundertealten Handwerkswissens, das ebenso unsichtbar wie klangentscheidend ist.
