Nördlich und südlich der Alpen wurden Geigen auf unterschiedliche Arten konstruiert.

sog. Formbrett von Stradivari
Innenform
Das Bauen eines Resonanzkörpers über einer Innenform war im Lautenbau schon lange bekannt, bevor der Cremoneser Geigenbauer Andrea Amati im 16. Jh. die Technik auf den Geigenbau übertrug.
In Italien des 17. Jh. setzte sich die Innenform auch ausserhalb Cremonas durch. Nördlich der Alpen erst später. Heute ist das Bauen auf einer Innenform in den meisten Ateliers weltweit üblich.

Aussenform
Im 19. Jh. entwickelte sich in Frankreich das Arbeiten auf einer Aussenform. Bei dem Bau auf einer Aussenform werden die gebogenen Zargen an die Form gedrückt und vorbereitete Klötze an die fixierten Zargen geleimt. Die Aussenform eignet sich besonders für die serienmässige Produktion von Instrumenten.

(aufgeschachtelt, keine Eckklötze)
Aufgeschachtelt
Das sogenannte Aufschachteln von Geigen ist wohl die ursprünglichste der verbreiteten Konstruktionsarten im Geigenbau. Auf einem fertig ausgearbeiteten Boden werden die gebogenen Zargen mit einer verstärkenden Bereifung aufgeleimt. Auf Eckklötze wird oftmals verzichtet. Am verlängerten Halsfuss, der den Oberklotz ersetzt, werden die Zargen eingelassen, an manchen Orten auch in einer Nut auf dem Boden. Nördlich der Alpen bleibt diese Technik noch bis weit ins 20. Jh. erhalten, insbesondere im Vogtländischen Raum.
