Wie Sudetendeutsche Flüchtlinge ein westdeutsches Geigenbauzentrum erschaffen.

(Quelle: Bubenreutheum)
In den Jahren von 1945-48 verlassen, im Zuge der Vertreibung von etwa 2 Mio Sudetendeutschen aus Böhmen, mehrere tausend Instrumentenbauer ihre Heimat. Die allermeisten fliehen in den Westen Deutschlands.
Die grossen Manufakturbetriebe wie Höfner und Klier in Orten wie Brienz (CH) oder Mittenwald (D) anzusiedeln, gelingt nicht. Direkt nach dem Krieg fehlt es am politischen Willen und an Visionen. Und auch die ortsansässigen Instrumentenbauer fürchten die Konkurrenz.

Nicht so die kleine, fränkische Gemeinde Bubenreuth. Sie zählt in den 1940-er Jahren etwa 500 Einwohner und erklärt sich bereit, die sudetendeutschen Betriebe aufzunehmen.
Fast 2000 Menschen finden in der eigens errichteten «Geigenbauersiedlung» eine neue Heimat und bauen erste Produktionsstätten für Streichinstrumente im Nachkriegsdeutschland auf. Innerhalb von zwei Jahren können die Betriebe an ihre alten Erfolge anknüpfen.
Nach 1953 gesellten sich weitere Betriebe aus dem ostdeutschen Markneukirchen hinzu, die aus ihreralten Heimat vor der drohenden Enteignung fliehen.
↗ Schauwerkstatt / Geschichte der Geigenbauschule Brienz / von der Einführung neuer Industrien
