Mirecourt

Vom Marktflecken zum Industriezentrum 

Werkhalle der Geigenbaumanufaktur Thibouville-Lamy

Viele namhafte französische Geigenbauer stammen aus der kleinen Ortschaft Mirecourt in den Vogesen. Bereits 1732 erliessen Geigenbauer in Mirecourt strenge Zunftregeln zur Einhaltung von Qualitätsstandards ihrer Instrumente.

Nicht wenige, wie z.B. Vuillaume, Chanot, Aldric oder Bernardel verlassen den kleinen Marktfleck in den Vogesen um sich in grösseren Städten, allen voran Paris, niederzulassen. Doch einige bleiben ihrer Heimat treu und begründen bereits ab 1800 eine industrielle Produktion von Streichinstrumenten.

Belegschaft der Geigenbaumanufaktur Thibouville-Lamy

Jerome Thibouville , die Brüder Laberte und später Cuesnon  gründen Mitte des 19 Jh. Firmen, die bis in die 1960er Jahre zu den grössten Geigenbaumanufakturen weltweit zählen. So produziert die Firma Thibouville- Lamy in ihren besten Jahren (um 1930) jährlich etwa 150.000 Geigen und beschäftigte etwa 1000 Geigenbauer.

Die Geigenbaumanufaktur Laberte & Magnié erweitert in
den 1930-er Jahren hr Angebot um Grammophone und Rundfunkempfänger, die unter dem Namen «Stradivox»
vertrieben werden.

 Werbung «Stradivox», Firma Laberte- Magnié

Die geschäftlichen Verbindungen zu den grossen Pariser Ateliers so wie der wachsende internationale Export bis nach Südamerika bescheren dem Instrumentenbau in der Region einen einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung, der erst mit der Wirtschaftskrise 1930 ins Stocken gerät.

Von dem wirtschaftlichen Einbruch durch den 2. Weltkrieg können sich die Instrumentenmanufakturen nicht mehr gut erholen. Zwischen 1967 und 1969 melden innerhalb von nur 2 Jahren die drei wichtigsten Firmen Konkurs an. In den folgenden Jahren bleiben nur sehr wenige Instrumentenmacher in dem Ort. 

Erst 1975 wird mit der Gründung der Geigenbauschule in Mirecourt die Tradition des Geigenbaus wieder aufgenommen. 

 

Abbildungen: www.corillon.com