Überlebenskampf am Lech
Bereits 1562 gründen die Füssener Lauten- und Geigenmacher die erste Zunft ihres Berufsstandes. Strenge Zunftregeln sollen die Neugründung von Werkstätten erschweren, denn der kleine Ort am Lech zählt auf 2000 Einwohner bereits 20 Werkstätten.

Aus «Topographiae Sveviae» von Matthäus Merian, 1656. (Quelle: Allgäu erleben)
Obschon Füssen, aufgrund seiner geographischen Lage an der alten römischen Handelstrasse Via Claudia Augusta über beste Handelsbeziehungen zu Norditalien verfügt, zwingen in den folgenden Jahrzehnten Armut, Krieg und die Pest zahlreiche Instrumentenbauer ihre Heimat zu verlassen. Sie suchen ihr Glück in fernen Ländern und Städten: Venedig, Padua, Brescia, Bologna, Rom, Neapel, Lyon, Paris, London… Die Liste der Städte, in denen sich Instrumentenbauer Füssener Abstammung niederlassen ist lang. Sie alle tragen zur Entstehung neuer Zentren des Geigenbaus bei. So erscheint es auch nicht verwunderlich, dass sich stilistische Merkmale des süddeutschen Geigenbaus in vielen Schulen wiederfinden.
