Die Alemannische Schule

Als «alemannische Schule» wird jene Geigenbautradition bezeichnet die im 17. und 18. Jh. im süddeutschen Schwarzwald und dem Schweizer Mittelland anzutreffen ist.

Detail einer Geige der alemannischen Schule
(Josef Meyer um 1610),
Bild: bpk, A. Weisse

Akteneintragungen legen nahe, dass die Geigenbauer des 17. Jh. im Hauptberuf, Tischler, Bauern oder auch Gastwirte waren. Sie bauten Instrumente mit grösster handwerklicher Sorgfalt, Geschicklichkeit und beträchtlichem Aufwand.

Merkmale ihrer Instrumente sind reich verzierte Einlegearbeiten und auffallend lange, ungewöhnliche F-Löcher.

Die Instrumente wurden, wie es im nordalpinen Raum üblich war, nicht auf einer Form konstruiert, sondern frei aufgeschachtelt .

SCHAUWERKSTATT, Geigenbauen /  Konstruktionsformen.

Im Schwarzwald wirken in der ersten Hälfte des 17. Jh. Adam Kirner und sein Stiefsohn Josef Meyer.

Als Josef Meyers Schüler dürfen Franz Straub (Friedenweiler/D), Konrad Stoppelt (Waldshut/D und später Fribourg/CH) und der Berner Hans Krouchdaler angenommen werden.

Auch Hans Krouchdaler bildete allem Anschein nach Schüler aus, darunter seinen Sohn Ulrich, sowie Hans Ruod Schaffer, der im Luzernischen arbeitete.

Ein ihm zugeschriebener Abendmahltisch lässt vermuten, dass Krouchdaler auch als Tischler arbeitete.
Mit einem verzierten Abendmahltisch kaufte sich Krouchdaler in die «Kilchöri» ein«Auff getaner Jahresrechnung der Gemein zu Oberbalm 1677 ist Hans Krauchthaler auff der Lehmen zu einem Kirchgenoss auff- und angenommen worden. Hat für seinen Einzug dem Ehrenfesten Herren Stiftschaffner geben söllen 1 Dublonen, daran der Herr ihme 5 Batzen geschänkt. Der Gemein aber anstatt dess Einzugs hat er einen schönen vierecketen Tisch in die Kirchen gemacht. (Quelle: Kirchgemeindearchiv Oberbalm)

↘︎ Hörbeispiel Instrumente der Alemannischen Schule