Neben dem archaischen, autodidaktisch erlernten Geigenbau etabliert sich im Umfeld der Volksmusik auch der semiprofessionelle und professionelle Geigenbau. Auf dem Höhepunkt der ländlichen Streichmusiken im 19. Jh. wird die Nachfrage nach Geigen nur teilweise durch Schweizer Geigenbauer gedeckt.
So ist im Kanton Appenzell im 19. Jh. kein einziger Geigenbauer nachgewiesen; der verhältnissmässig grosse Bedarf an Instrumenten für die traditionsreichen Appenzeller Streichmusiken wird um 1800 wohl aus dem süddeutschen Raum gedeckt.
In der Innerschweiz macht sich der Geigenbauer Aloys Suter (1809-1889) aus Brunnen einen Namen als Geigenbauer und Zithermacher.
Mit dem Aufkommen der Schwyzerörgeli und der Blasmusik zum Ende des 19. Jh. verliert die Geige in der Volksmusik an Bedeutung. Einigen Geigenbauern entzieht diese Entwicklung die Lebensgrundlage. Auch Aloys Suter wandert auf der Höhe der Auswanderungswelle um 1880 nach Newark/USA aus, wo er noch einige Jahre als Geigenbauer arbeitet.
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Im jurassischen "Les Bayards" produzieren die Brüder Alex und Werner Jacot nicht nur Violinen sondern auch fidelähnliche Volksmusikinstrumente, Drehleiern und Zubehörteile für Streichinstrumente.
