Warum Bogenbauer*innen Wälder aufforsten

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Setzlinge, Quelle: IPCI

Seit dem Mittelalter wurde “Rotholz” aus Indien, Sumatra und Ceylon als Färbemittel nach Europa exportiert. Seit dem 16.Jh. bevorzugte man das brasilianische “Pau brasil”, das in armdicken Blöcken in grossen Mengen als Färbeholz verschifft wurde. Aber auch als Bauholz, zum Drechseln, für die Herstellung hochwertiger Möbel und Streichinstrumentenbögen war Fernambukholz gefragt.   Aufgrund seiner idealen Kombination von Gewicht, Flexibilität und Festigkeit gilt das Holz für Bogenbauer bis heute als konkurrenzlos.

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Setzling, Quelle: IPCI

Die frühe Ausbeutung von Fernambukholz führte zur Vernichtung grosser Waldgebiete an der Atlantikküste Brasiliens und zur weitgehenden Dezimierung dieser Art, die heute unter Naturschutz steht. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) führt Caesalpinia echinata seit 1998 in der Roten Liste gefährdeter Arten. Das Holz unterliegt ausserdem dem Schutzstatus der Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, CITES, zu Deutsch, Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Seit 1992 ist es in der Liste der bedrohten Pflanzenarten Brasiliens der IBAMA (Brazilian Institute for the Environment and Renewable Natural Resources) enthalten.

2004 schlossen sich 250 Bogenbauer zu der internationalen Initiative IPCI (International Pernambuco Conservation Initiative) zusammen. Ihr Ziel: Den Fernambukbaumbaum durch Wideraufforstung zu retten und die Verfügbarkeit des begehrten Holzes nachhaltig zu sichern. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Bauern wurde ein Projekt realisiert, das den Anbau von 250.000 Setzlingen vorsah. Die Pflanzen wurden in einer Mischkultur mit Kakaopflanzen gesetzt um den Landwirten Erträge zu ermöglichen. Die Menge der Pflanzungen wird bereits in wenigen Jahren die Menge der Bäume übertreffen, die seit dem 18. Jh. für den Bogenbau gefällt wurden.