
Dendrochronologische Untersuchungen legen nahe, dass viele italienische Geigenbauer des 17. und 18. Jh. ihr Fichtenholz aus den südlichen Alpentälern (z. B. Südtirol) bezogen. Der Bergahorn stammte jedoch oftmals vom Balkan (z.B. Bosnien) und wurde über die italienischen Häfen importiert.
Doch auch die nördlichen Alpentäler sind seit Jahrhunderten Rohstofflieferanten für den Geigenbau. Vor allem der klimatische Standort und die Art der Waldbewirtschaftung spielen für die Qualität des Holzes eine entscheidende Rolle. So findet man geeignetes Fichtenholz bevorzugt in Gebirgswäldern ab 1000 Meter ü. Meer, an sonnenarmen, eher flachen und windgeschützten Hängen. Entscheidend ist aber auch eine, über Jahrhunderte angelegte, nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. In sogenannten Plenterwäldern, oder Schutzwäldern, die besonders schonend bewirtschaftet werden, finden wir die hochwertigsten Qualitäten für unser Geigenholz.
In Plenterwäldern werden gezielt nur einzelne Bäume aus dem Bestand gefällt. Schutzwälder haben die Funktion die Umwelt vor Erosionen, Lawinen und Steinschlag zu bewahren. In der Schweiz gibt es rund 6000 km2 Schutzwald. Dies entspricht ca. 40% der Waldfläche des Landes.
