Glossar

  • Französischer Harzer von Gustave de Galard (1779–1841)
    Französischer Harzer von Gustave de Galard (1779–1841)
    Fichtenharz, roh
    Klebriges, aromatisches Harz, das aus Verletzungen der Fichtenrinde austritt. Roh enthält es noch ätherische Öle und feste Harzbestandteile.
  • Kolophonium, hell
    Helles, sprödes Harz, das durch Destillation von Fichtenharz (Abtrennung der ätherischen Öle) gewonnen wird. Helle Sorten sind weniger oxidiert, härter und geben Lacken Transparenz.
  • Kolophonium, dunkel
    Wie helles Kolophonium, jedoch stärker oxidiert oder länger erhitzt. Enthält mehr farbgebende Bestandteile, ergibt einen wärmeren Farbton, kann aber spröder und dunkler sein.
  • Mastix
    Weiches, aromatisches Harz des Mastixstrauchs (Pistacia lentiscus), hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum. Sehr klar, leicht löslich in Alkohol und Terpentinöl, bringt Glanz und Elastizität.
  • Sandarak
    Hartes, brüchiges, blassgelbes Harz aus der nordafrikanischen Sandarak-Zypresse (Tetraclinis articulata). Ergibt harte, klare Lacke, eher spröde.
  • Dammar
    Klares, helles Harz aus verschiedenen tropischen Bäumen (v. a. Shorea-Arten). Ergibt weiche, hochglänzende, sehr transparente Lacke.
  • Propolis
    Harziger Bienenkittharz, das Bienen aus Knospen und Rinden sammeln. Enthält Harze, Balsame und Wachs; leicht elastisch, traditionell in Geigenlacken selten.
  • Stocklack
    Unverarbeiteter Rohschellack, wie er aus dem Harzsekret der Lackschildlaus gewonnen. Enthält noch Wachs und Verunreinigungen, wird vor der Lackherstellung gereinigt.
  • Schellack
    Gereinigtes und meist entfärbtes bis bernsteinfarbenes Harz der Lackschildlaus (Kerria lacca). Leicht löslich in Alkohol, ergibt harte, glänzende Lacke; Standardharz für Spirituslacke.
  • Strassburger Terpentin
    Dickflüssiger Balsam aus der Weisstanne (Abies alba), vor allem aus den Vogesen. Weichmacher in Lacken, gibt Elastizität, Glanz und harzigen Geruch.
  • Venetianer Terpentin
    Dickflüssiger Lärchenbalsam (Larix decidua), traditionell aus den Alpen. Sehr klebrig, goldgelb, bringt Elastizität und Tiefe im Lack, fördert Anfeuerung der Holzmaserung.
  • Leinöl
    Trocknendes Pflanzenöl aus Leinsamen. Polymerisiert durch Oxidation an der Luft, bildet elastische, wasserabweisende Filme. Hauptbindemittel in Öllacken.
  • Nussöl
    Öl aus Walnüssen, trocknet langsamer als Leinöl, ergibt aber hellere, weniger vergilbende Lackfilme; gelegentlich verwendet als Bindemittel bei Öllacken.
  • Balsamterpentinöl
    Flüchtiges ätherisches Öl, durch Destillation von Nadelholz-Harz gewonnen. Hauptlösemittel für Öllacke, verleiht dem Lack die gewünschte Konsistenz.
  • Spiköl
    Ätherisches Öl aus Lavendel (Lavandula latifolia), historisch als Lösemittel und Verlaufsmittel in Lacken genutzt. Verlangsamt das Trocknen, verbessert Glätte und Elastizität.
  • Alkohol
    In der Lackherstellung meist Ethanol (96 % oder absolut). Lösungsmittel für Spirituslacke wie Schellack; verdunstet schnell und hinterlässt den festen Lackfilm.