... und heute

Die Expertise über die Zuschreibung eines Streichinstrumentes orientiert sich an verschiedenen Analysen. 

Neben der stilkritischen Analyse, die sich mit der Zuschreibung stilistischer Erkennungsmerkmale befasst, können auch naturwissenschaftliche Analysen materialkundliche Informationen über Authentizität und Zustand des Instrumentes liefern: 

 

Untersuchung im ultravioletten Licht 

Seit den 1950 er Jahren wird die Fluoreszenz von Lackschichten unter UV-Licht als Hilfsmittel zur Interpretation von Lackoberflächen alter Instrumente eingesetzt.  

Als Fluoreszenz wird die Eigenschaft bestimmter Substanzen bezeichnet, kurzzeitig Licht abzustrahlen, wenn sie durch eine energiereiche Strahlungsquelle angeregt werden. So können die Materialien unterschiedlicher Lackschichten sichtbar gemacht werden. Auch wenn es nicht möglich ist, aufgrund der Fluoreszenz eindeutige Aussagen zur materiellen Zusammensetzung von Lacken zu machen, lassen sich doch signifikante Merkmale der Lackierung erkennen. So können nachträglich aufgetragene Retuschierlacke gut erkannt werden. Nicht selten führten jedoch in der Vergangenheit fehlerhafte Interpretationen der Erkenntnisse zu falschen Zuschreibungen. 

↗ Bild entfernt. Der Prozess

 

Illustration: Violine Enrico Rocca, 1856.
Rechts unter UV- Licht, links sichtbares Licht Infrarotspektroskopie 

Die Infrarotspektroskopie

Die IR-Spektrospopie ist ein Analyseverfahren, das auf der Anregung durch infrarote Strahlung und spektroskopischen Messung von Energiezuständen in Molekülen beruht. Sie erlaubt qualitative Aussagen über Teilstrukturen von Molekülen. Genutzt wird die IR-Spektroskopie zur quantitativen Bestimmung von Stoffen und Stoffgemischen, deren Komponenten bekannt sind. Außerdem wird die IR-Spektroskopie zur Strukturaufklärung und Identifizierung unbekannter Substanzen verwendet.

Für die Untersuchung alter Lackschichten von Streichinstrumenten kann die IR- Spektroskopie wertvolle Informationen liefern.

Illustration IR-Spektroskopie

 

Computertomographie 

Die Bildgebung der Computertomographie und speziell der technischen 3D-Mikro-CT in der Materialforschung wird zunehmend genutzt, um an alten Streichinstrumenten restauratorische Ergänzungen, Fehlstellen und Zustandsformen zu analysieren. Wurmschäden, unfachmännisch vorgenommene Eingriffe, sowie Deformationen können sehr genau dokumentiert werden.

Illustration Computertomographie

 

Dendrochronologie

 

↗ Bild entfernt. Von Hölzern und Wäldern